Bambus
Bambus gehört zur Familie der Gräser: 1300 Arten und 75 Gattungen bedecken rd. 37 Mio ha von tropischen bis in gemässigte Klimazonen wie Europa – in Hochgebirgen bis über 4000 m !
Er ist ein Wunderwerk der Natur und bislang jeglichen High-Tech Entwicklungen überlegen. Bambus ist die schnellst wachsende Pflanze (bis 1 m pro Tag) und wird mehr als 35 m hoch, er vermehrt sich über ein unterirdisches Wurzelsystem, ist also in zweifacher Hinsicht nachwachsend. In jedem Wachstums-Stadium gibt es eine Verwendung, bei der Verarbeitung fällt kaum Abfall ab
Anpflanzen von Bambus (3min 8sek)
Enormes Anwendungsspektrum: vom Nahrungsmittel über die Nutzung als Baumaterial, die Produktion von Instrumenten und Geräten, Faserverwendung für Textilien, Papier und Biowerkstoffen bis hin zur Nutzung von Pflanzenauszügen bei der Herstellung von Kosmetik- und Pflegeprodukten. Energetisch wird Bambus genutzt in Form von Bambuspellets oder Bambus-Holzkohle.
Bambus ist in Asien und Lateinamerika Existenzgrundlage für insgesamt rd 1,5 Mrd Menschen, traditionell der Bau- und Werkstoff und hat eine hohe symbolische Bedeutung: in China für ein langes Leben, in Indien für Freundschaft, in Japan für Reinheit.
Der Bambus Substanzertrag – Gewicht pro Bodenfläche und Jahr – ist bis zu 25 mal höher als von Holz!
Bislang hat Bambus seinen Platz in der Schweiz noch nicht gefunden – im Gegensatz zu Frankreich oder Deutschland, wo Bambus im avangardistischen Design und im Ingeniuerbau schon länger einen Platz hat. Eine Renaissance dieses Werkstoffes ist mittelfrstig auch in der Schweiz zu erwarten.
Bambushausbau auf Kuba: SF 1 Einstein vom 21.02.2008 – ab 8min 45 sek bis 16 min
Bambus ist ein Wunderwerk der Natur und bislang jeglichen High-Tech Entwicklungen überlegen:
es ist sehr hart – hält ähnliche Drucklasten aus wie Stahlprofile, aber elastischer und dazu noch leichter als jeglicher anderer Werkstoff. Es ist der einzige Bauwerkstoff der erdbebensicher ist.
Diese hochwertigen Fasern mit ihrem günstigen Längen-Dicken-Verhältnis werden zunehmend in Kombination mit Biokunststoffen zukünftige Werkstoffe ergeben. Der Markt für derartige innovative Biowerkstoffe verzeichnet hohe Wachstumsraten.
Bambus als Plattenwerkstoff hat im letzten Jahrzehnt weltweit einen Durchbruch erlangt; er ist etwa halb so teuer wie die konkurrierenden Holzwerkstoffe bei zugleich höherer Stabilität und Festigkeit. Parkett aus verdichtetem Bambus ist auf dem Vormarsch: es hat eine optisch reizvolle Oberfläche und ist eine Alternative zu tropischem Hartholz.
Nachteil des Bambus für den Bauprozess ist, dass er feuchtigkeitsempfindlich ist. Man muss ihn gegen Pilze und Insekten resistent zu machen. Oft ist dies durch gute Trocknung möglich, manchmal ist aber Chemie nötig.
Bambusarchitektur: http://bambus.rwth-aachen.de/de/PDF-Files/Moderne%20Bambusarchitektur.pdf






