Lehm
Lehm ist eine Mischung aus Sand und Ton, entsteht durch Verwitterung und ist weit verbreitet daher leicht verfügbar.
In Gebäuden speichert er Wärme und Feuchtigkeit und bewirkt dadurch einen atmosphärisch angenehmen, atmenden Innenraum. Lehm ist kompostierbar: aus ihm entstehen sogar fruchtbare Böden.
Lehm ist das älteste im Bauwesen verwendete Bindemittel, neben Holz ist er das älteste Baumaterial und gehört mit Kalk – und seit Beginn des 20. Jahrhunderts Zement – zu den wichtigsten mineralischen Baustoffen weltweit. Für die Herstellung von Lehmbaustoffen ist der Energieaufwand sehr gering , es gibt keine Emissionen und chemischen Zusatzstoffe sind nicht nötig. Dieser Stoff ist so biologisch, dass er medizinisch als Heilerde verwendet wird, er wirkt entgiftend sowie reinigend. Für Tiere ist Lehm ein bevorzugter Baustoff für ihre Höhlen und Nester.
Die Biofaserlehm-Platte (4min 22sek)
http://video.google.com/videoplay?docid=-5451476904523907314Lehm hat zu Unrecht ein „Öko“ und Entwicklungshilfeprojekt Image. In seiner Gestaltungskraft ist er dem Beton ebenbürdig, aber wesentlich billiger. Anstatt kostspieliger Totalsanierungen von Altbauten sind meist Reparaturen mit Lehmbaustoffen möglich. Er ergänzt sich ideal mit den High-Tech Energie Häusern, deren Problem oft Luftfeuchtigkeit, Raumatmosphäre und auch Schall ist. Lehm kann nicht schimmeln, er reguliert die Raumluftfeuchte, wirkt wärmedämmend, bietet guten Schallschutz und weist angenehme Oberflächentemperaturen auf.
Andererseits ist Lehmbau ist im Vergleich zum konventionellen Bauen personal- und know how intensiver, bewirkt also gesellschaftlich erwünschte Qualifizierungs- sowie Arbeitsplatzeffekte.
RTL-Regional: Kinder bauen Lehmstadt (2min 22sek)
Lehm ist einfach im Bau zu verarbeiten. Er wird in Form von Bauplatten, Ziegel, Putze, Stampflehmwände , Böden und Fundamente und mehr eingesetzt. Dabei können dem Lehm unterschiedliche Naturstoffe, wie Schilf, Holzspäne oder Hanf beigemengt werden, um das Produkt an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Er konserviert Holz, z. B. in Fachwerkhäusern, weil er eine hohe Aufnahmefähigkeit von Luftfeuchte aufweist. Lehm kann für den Bau von Lehmöfen oder für das Verputzen von Wand- und Bodenheizungen verwendet werden, da Lehm gute Wärmespeichereigenschaften besitzt und an heißen Bauteilen eingesetzt werden kann.
Lehm wird meist ungebrannt – in der Sonne + Luft getrocknet – verwendet: Lehmbautechniken sind seit mehr als 9000 Jahren bekannt, und noch heute lebt über ein Drittel der Erdbevölkerung in Lehmhäusern. Bis zu den 50 er Jahren war Lehm zumindest in kalkarmen Regionen Europas bei Innenwänden und als Lehmputz der gebräuchliche Baustoff.
Da er nur physikalisch aushärtet (und nicht wie die meisten anderen Baustoffe chemisch abbindet), muss er in Mitteleuropa witterungsgeschützt eingesetzt werden. Lehm kann bautechnisch nicht erneuerbare, zementhaltige Baustoffe – Beton, Mörtel, Putz – auf breiter Front ersetzen.
Was spricht eigentlich noch gegen Lehm?






