Stroh
Der Begriff Stroh ist ein Sammelbegriff für ausgedroschene und anschließend getrocknete Halme und Stängel der Feldfrüchte.
Stroh kann sowohl stofflich als auch energetisch genutzt werden. Dabei lässt sich die Verwendung des Strohs bis in die vorgeschichtlichen Phasen der Menschheitsgeschichte mit den Anfängen der landwirtschaftlichen Nutzung von Getreidearten zurückverfolgen. Das Stroh verschiedener Getreidearten, im wesentlichen Weizen, Roggen, Gerste und Triticale, fällt als Koppelprodukt bei der Nutzung des Getreides zur Ernährung und Stärkegewinnung an. So fallen in Deutschland jährlich etwa 21 Mio. t Getreidestroh an (berechnet auf der Basis des Korn-Strohverhältnisses). Davon können technisch rund 20% energetisch oder stofflich genutzt werden. Ein großer Teil des Strohs verbleibt auf dem Acker und trägt so zur Humusbildung bei.
Stroh hat als Werkstoff vielfältige (kunst)handwerliche und bauwirtschaftliche Anwendungen: Hüte, Schuhe , Strohflechterei (Trinkhalm, Verpackungsmaterial, Matten, Matratzen) sowie als Baumaterial für Wände, Dächer und zum Dämmen.
Ein Haus aus Stroh: ARD-Ratgeber Bauen + Wohnen
Strohballen werden im Hausbau als dämmende Ausfachung in ein Holzständerwerk (Fachwerkhaus) für Wand-, Dach- und Fußbodenkonstruktionen eingesetzt und verputzt oder verkleidet. Gepresste Strohballen sind pro qm bis 15 t belastbar, daher ist auch eine lastabtragende Strohballenbauweise möglich, bislang ist dies in Nordamerika und Asien aber nicht Europa gebräuchlich. Strohdächer sind in Niederlanden, Norddeutschland, Dänemark noch heute weit verbreitet. Der kritische Punkt bei Strohballen ist der Feuchtegehalt. Bei fachgerechter Verarbeitung ist es möglich das Stroh vor Schädlings- und Schimmelbefall zu schützen, so dass eine chemische Behandlung der Strohballen nicht notwendig wird. Stroh verträgt sich im Bauprozess gut mit Lehm: diese Mischung erhöht die Festigkeit der Wände und verbessert die Wärme/Kälte Regulierung.






